IW-Analyse zu Wohneigentum: Dienen Deutschlands Nachbarländer als Vorbild?

Jinny Verdonck

22. Juli 2021

Das Wohnen in Deutschland wird vielerorts immer teurer. Da verwundert es nicht, dass hierzulande viel über den Wohnungsmarkt debattiert wird. Kann sich Deutschland in Sachen Wohneigentumsbildung von seinen europäischen Nachbarn eine Scheibe abschneiden? Dieser spannenden Frage ist das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln auf den Grund gegangen.

Viele Menschen träumen von den eigenen vier Wänden. Allerdings ist es insbesondere für jüngere Haushalte sehr schwierig, das benötigte Eigenkapital aufzubringen. IW hat unter die Lupe genommen, wie die Nachbarländer die Bildung von Wohneigentum handhaben: Wie wird Immobilienkäufern bei der Finanzierung unter die Arme gegriffen? Wie sieht es mit der Grunderwerbsteuer aus? Gibt es Steuervorteile für Selbstnutzer? 

Aus den Antworten hat der IW drei wichtige Punkte herauskristallisiert:

1. Reform der Grunderwerbsteuer

Das britische Grunderwerbsteuer-Modell wartet beispielsweise mit einem Freibetrag und einem Stufentarif auf. Dadurch erhalten diejenigen, die kleine und günstige Wohnungen erwerben, eine finanzielle Entlastung. Wer jedoch eine große Wohnung in einer guten Lage erwirbt, soll stattdessen mehr zahlen. Für Mietwohnungen soll es weiterhin einen Pauschalsteuersatz geben.

2. Einführung einer Kreditausfallversicherung für Hypothekendarlehen

Das niederländische Modell einer Kreditausfallversicherung für Hypothekendarlehen bietet gleich zwei Vorteile auf einmal: Es gibt dadurch Planungssicherheit und zudem führt die höhere Sicherheit dazu, dass Banken in der Lage sind, auf Eigenkapital ihrer Kunden zu verzichten. Als unterstützende Maßnahme sollte es dazu ein Sozialdarlehen nach französischem Vorbild geben.

3. Neue Einstellung zu Wohneigentum

Wohneigentum hat viele Vorteile: Es dient der individuellen Vermögensbildung und hilft auch dabei, Altersarmut vorzubeugen. Für unsere europäischen Nachbarn verkörpert Wohneigentum zudem den sozialen Aufstieg.